Jahrgangsübergreifendes Lernen

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Individualisiertes Lernen an der Grundschule Bünningstedt

Jedes Kind möchte von sich aus lernen, denn Lernen macht Freude. Allerdings nur dann, wenn das Kind erfolgreich lernen kann, also weder über- noch unterfordert wird. Dafür bedarf es keines Gleichschritts. Vielmehr müssen Etappenziele festgelegt werden, die von jedem einzelnen Kind in seinem eigenen Tempo bearbeitet werden dürfen. Dadurch verändert sich auch die Lehrerrolle: Die Lehrkraft ist nicht mehr alleiniger Wissensvermittler. Sie ist vielmehr Berater und Begleiter sozialer und eigenständiger Lernprozesse und gewinnt dadurch Zeit, sich mit einzelnen Kindern oder Kleingruppen ausführlicher beschäftigen zu können.

Um individualisiertes Lernen an unserer Schule noch besser umsetzen zu können, haben wir als Kollegium für die Fächer Deutsch und Mathematik ein Stufenkonzept entwickelt. Dieses beinhaltet für die Klassenstufen 1-3 insgesamt neun Unterstufen mit nicht mehr einem großen Klassenziel am Ende des Schuljahres, sondern mit neun Etappenzielen, die von den Kindern nacheinander bearbeitet werden. In jeder einzelnen Stufe sind Kompetenzen (z.B. Zahlen im Zahlenraum bis 10 addieren können) festgelegt, die die Kinder mit Hilfe von umfangreichem und abwechslungsreichem Material erreichen sollen. Zur Orientierung dient ihnen dabei ein Lernzeitplan, auf dem das Übungsangebot übersichtlich aufgeführt ist. In vorgegebenen Abständen testen die Schülerinnen und Schüler ihr Können. Dadurch wird gewährleistet, dass sie nur dann im Plan fortfahren, wenn sie die Inhalte verstanden haben. Auf diese Weise kann jedes Kind in seinem individuellen Tempo arbeiten und in jeder Stufe so lange verweilen, wie es nötig ist, um in den darauffolgenden Stufen erfolgreich lernen zu können. Selbstwirksames Lernen wird möglich.

Das Stufenkonzept kann sowohl in jahrgangshomogenen als auch in jahrgangsübergreifenden Klassen unterrichtet werden. In den jahrgangsgemischten Klassen liegt der Schwerpunkt allerdings nochmal mehr auf dem sozialen Miteinander. Jedes Jahr kommen bis zu acht neue Erstklässler in eine funktionierende Klassengemeinschaft. Sie haben so die Möglichkeit, sich schneller an die Arbeit mit den Stufen zu gewöhnen und sich damit im Schulalltag besser zurechtzufinden. Die älteren Kinder können  Verantwortung für die jüngeren übernehmen. Das stärkt ihre Sozialkompetenz. Auch nehmen die Kinder ihre eigenen Stärken besser wahr und vergleichen sich weniger mit anderen. Das fördert ihre Selbstkompetenz. Sollte ein Kind in einer Jahrgangsstufe länger verweilen müssen, bietet die jahrgangsübergreifende Klasse den Vorteil, dass das Kind in seinem vertrauten Umfeld bleiben kann, weil Bezugsperson und Lerngruppe nicht wechseln. Gleiches gilt natürlich auch für Kinder, die eine Jahrgangsstufe überspringen.

Von diesem Stufenkonzept bleibt die vierte Klassenstufe zurzeit unberührt. Sie dient der gezielten, dem Alter entsprechenden Vorbereitung auf die weiterführende Schule.

Wenn die Schülerzahlen eine Zweizügigkeit ermöglichen, bieten wir dieses zweigleisige Konzept an. Auf diese Weise kann zum einen jede Lehrkraft ihre individuellen Erfahrungen und Stärken sinnvoll für die Schule einbringen. Zum anderen bietet es den Eltern ein größeres Angebot, aus dem sie wählen können.